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Die Seenadel

Der langgezogene Körper einer Seenadel auf einer Koralle.

Was es nicht alles gibt?! Als ich das erste Mal dem seltsamen Knochenfisch aus der Familie der Seenadeln (Syngnathidae) unter Wasser begegnet bin, hätte ich das Tierchen fast übersehen.

Recht bewegungslos verharrt der der Ordnung Seepferdchen zugehörige Fisch in der Nähe einer Koralle – gut getarnt und somit kaum sichtbar. Mein Buddy war so freundlich, mich auf den kleinen Meeresbewohner hinzuweisen.

Sein langgezogener Körper weht in der sanften Dünung hin und her und erinnert mich eher an ein davongetragenes Stück Seegras – auch wenn das bunte Muster ein wenig irritiert.

Ich entdecke dann am Kopfende auch ein Augenpaar, das mich vorsichtig beäugt. Der ohnehin schlanke Kopf läuft in ein den der Ordnung Seepferdchen zugehörigen Fischen in der typischen Trompetenform aus und ist zu einem sogenannten Fangsaugrohr. Die Bezeichnung ist so
präzise wie bezeichnend: Der kleine Fisch saugt damit seine bevorzugte Nahrung ein – dabei handelt es sich zumeist um Zooplankton: Kleine Krebstierchen, Larven und winzige Fische.

Körperbau

Der Körper der Tiere ist von stabilen Knochenplatten ringförmig umgeben und bietet leichten Schutz gegen Feinde. Die bessere Panzerung der Seenadeln macht sie dafür aber unbeweglicher – ja, es ist auch in der Natur ein allgegenwärtiges Credo: Man kann nicht alles haben.
Die Bewegungen der Seenadeln wirken eher steif und ungelenk, sind aber ohnehin so langsam, dass sie kaum als solche wahrgenommen werden. Es ist mehr ein gelenktes Schweben als eine zielgesteuerte Bewegung.

Dabei stellt Rückenflosse in Kombination mit der Brustflosse den Hauptantrieb, während die Brustflossen eher dem Manövrieren dienen. Die Bauchflossen sind im Laufe der Evolution zurückgebildet worden und fehlen gänzlich.

Interessantes Tierchen, denke ich, während die Seenadel sich aus meinem Sichtbereich schiebt… immer einen Schub mehr, als die Dünung an natürlicher Bewegung vorgibt. Einzig die Augen halten den Kontakt zu mir und sind so als Bewegung erkennbar.

Fortpflanzung

Die Tiere leben häufig in monogamen Beziehungen. Bei der Paarung übernehmen die Männchen die Eier von den Weibchen, die sie am Bauch nach der Befruchtung einlagern – ein ähnliches Brutpflegeverhalten wie bei den Seepferdchen, bei denen die Männchen die befruchteten Eier bis zum Schlüpfen der Larven in einer speziellen Bauchtasche ausbrüten.

Vorkommen

Was ich zufälliger Weise dank eines Studenten der Meeresbiologie aus Frankreich erfahren darf: Seenadeln kommen nahezu in allen Meeren des Planeten vor. Sie leben dort in küstennahen Regionen in kalten, gemäßigten und tropischen Gewässern.

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