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Mythos Pottwal

Faszinierender Bewohner des Ozeans: Der Pottwal.

Wale zählen zweifelsfrei zu den faszinierendsten Lebewesen der Meere. Sie sind die größten Tiere des Planeten. Auch evolutionär betrachtet stellen Sie eine Besonderheit dar: Als ehemalige Landtiere wanderten die sanften Riesen aus ihrem ursprünglichen Lebensraum ab und siedelten sich im Laufe der Evolution im Ozean an.

Der größte Zahnwal: Der Pottwal

Unter den großen Meeressäugern macht sich eine Gattung besonders aus: Die der Zahnwale (Odontoceti). Dazu zählen die in allen Varianten vorkommenden Delfine wie auch Schwert– oder Killerwale sowie Schweinswale, Narwale und andere bekannte Vertreter wie der Belugawal. Auch der seltsam anmutende Narwal zählt zu den Zahnwalen.
Der größte Vertreter darunter ist der Pottwal, ein Tier, das über erstaunliche Fähigkeiten verfügt. Nicht nur seine Körpergröße ist beeindruckend: Große Pottwalbullen erreichen eine Körperlänge von bis zu 18 Metern und dabei ein Gewicht von bis zu 50 Tonnen. Ebenso erstaunlich sind die physischen Fähigkeiten des Pottwals: Sie können bis zu 3.000 Meter tief tauchen und dabei eine Stunde mit nur einem Atemzug auskommen.

Für Taucher ist es ein eher seltenes Vergnügen, einen dieser speziellen Giganten der Meere vor die Maske zu bekommen. Allein die Chancen, einen Pottwal im Wasser erleben zu dürfen, hängen von vielen Faktoren ab: Wanderrouten, Jahreszeit, soziales Verhalten uvm.

Pottwale unter Naturschutz

Zudem stehen die Tiere in vielen Regionen unter strengem Naturschutz und wer ihnen unter Wasser begegnen möchte, benötigt in der Regel eine Sondergenehmigung der nationalen Behörden. Auf den zu Portugal gehörenden Azoren im Atlantik erhält eine entsprechende Autorisierung nur, wer sich als Profi – sei es Fotograf, Journalist oder Wissenschaftler – ausweisen kann. Und auch dann darf man generell mit den Tieren nur Schnorcheln, das heißt, es darf keine zusätzliche Tauchausrüstung angelegt werden, damit die Tiere möglichst wenig in ihrem natürlichen Umfeld gestört werden.

Auch der Einsatz von Blitzlichtern und Videoleuchten ist in der Regel untersagt, um die Pottwale im Wasser möglichst wenig Stress auszusetzen.

Hotspot für Pottwale: Die Insel Pico auf den Azoren.

Gemäß den strengen Schutzkriterien war der Antragsprozess für die behördliche Sondergenehmigung auch für mich ein weiter Weg. Nach langen, hoffnungsvollen Wochen erlangte ich eine entsprechende Genehmigung der Behörden Portugals und dem aufregenden Erlebnis sollte so nichts mehr im Wege stehen – außer vielleicht die Launen der Natur. Und so kam ich auf Pico zu dem seltenen Vergnügen, mit Pottwalen schnorcheln zu dürfen. Eine erfahrene Tauchbasis aus der Hauptstadt unterstützte mich bei dem Vorhaben und während der Dauer von 4 Tagen waren wir den großen Zahnwalen auf der Fährte – meist mehr als 8 Stunden pro Tag.

Ablauf der Waljagd

Als die azoreanischen Walsichter, die Vigias, die früher im Dienste der Walfänger standen, den Booten die Sichtungen verkünden, nimmt der Skipper Kurs in Richtung der gemeldeten Walsichtung auf und dann hielten alle an Bord Ausschau nach dem sogenannten Blas – den Ausatemwolken des Tieres. Mit Vollspeed rast das gut motorisierte Schlauchboot dann über den halben Ozean, Wind und Dünung zum Trotz, bis das Ziel erreicht wird. In sicherer Entfernung sind die Bewegungen des Pottwals zu erkennen und auch der mächtige Atem ist bereits zu hören.

Zuerst sieht man nichts, dann bläst der Wal

Als das Tier gesichtet ist, setzt sich das Boot in die richtige Position und dann heißt es „fertig machen“: Gewappnet mit Kamera, Flossen, Maske und Neopren geht es ab ins Wasser. Das erste Unbehagen in Anbetracht der eigenen Winzigkeit und der Größe der Tiere ist schnell verflogen. Die Tiere erweisen sich ironischerweise als extrem scheu und ängstlich und so bedarf es etlicher anstrengender Versuche, bis endlich erste Aufnahmen gelingen.

Es bleibt mir nicht mal die Zeit, manuelle Einstellungen an der Kamera vorzunehmen. Ich stelle auf Automatik-Modus und halte drauf in der Hoffnung, dass ein paar Aufnahmen gelingen. Meist lassen mich die Tiere nicht in ihre Nähe: Während ich auf sie zu schwimme, weichen sie seitlich aus oder tauchen ab, was gleichermaßen frustrierend wie ermüdend ist, da ich weite Strecken im aufgewühlten Atlantik zurücklegen muss.

Nach anstrengenden und gleichermaßen aufregenden Tagen mit den Giganten des Ozeans, bin ich erschöpft aber zufrieden: Es war ein riesiges Abenteuer, das sich mir unvergesslich ins Gedächtnis einbrennt. Und ein paar gute Aufnahmen für den Bericht waren dann auch noch dabei!

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