Die Levada da Ribeira da Janela

Die atemberaubende Landschaft entlang der Levada da Ribeira da Janela

Madeira, berühmt für seine Blumenvielfalt wie auch seine mystischen Landschaften, die so vielfältig sind wie anderswo die eines ganzen Kontinents, steht auch für wunderschöne Wanderwege.

Speziell die Wanderungen entlang der Levadas, der von Menschenhand angelegten alten Wasserwege, ziehen sich von den Bergen bis in die Täler und bieten faszinierende Ausblicke auf das satte subtropische Grün der fruchtbaren Insel.

Neben den bekannten Levada-Routen – ganz vorne zählen rangieren sicher die Levada do Risco und die Levada das 25 Fontes – gehört die Levada da Ribeira da Janela zu den Wanderhighlights, die allerdings noch zu den Geheimtipps zählen, weil sie relativ unbekannt ist.

Die dichte Vegetation entlang der Levada lässt stellenweise kaum Licht durch

Sie liegt im weniger touristischen erschlossenen Nordosten der Insel Madeira, nahe des Ortes Porto Moniz.

Vom Parkplatz aus führt ein zunächst breiter Weg entlang der am Flusstal gelegenen Levada. Wer sich zu Beginn der Wanderroute noch über den intensiven ätherischen Duft in der Luft wundert, wird nach kurzer Wanderung bereits der ersten Bäume gewahr: Es sind Eukalyptus-Bäume, die diesen durchdringenden aber angenehmen Geruch verursachen.

Bereits nach kurzer Zeit erreichen die Wanderer einen Picknickplatz mit Bänken und tollem Ausblick in das Tal hinab, das bin zur Atlantikküste reicht. Wir lassen den schönen Pausenplatz hinter uns und wandern weiter hinein in das tiefe, satte Grün.

Der Picknick-Platz lädt ein zum Verweilen – liegt aber ungünstig am Anfang der Levada.

Immer wieder öffnen sich in der üppigen Landschaft phänomenale Ausblicke ins Flusstal und hinauf zu den dicht bewachsenen Hängen der umgebenden Bergrücken. Der Wanderweg schlängelt sich durch den dichten Wald und an manchen Stellen umschwirren einen die nur auf der Insel vorkommenden Madeira-Buchfinken. Die kleinen bunten Vögel zweigen wenig scheu – sie profitieren von den Wanderern, die den Finken gerne mal den ein oder anderen Brotkrumen hinwerfen, die die kleinen Vögel gerne aufschnappen.

Vorwitzige Inselschönheit: Der Madeira-Buchfink

Die Vegetation ist an vielen Stellen so dicht, dass kaum Sonnenlicht durchdringt. Die Strahlen, die dennoch durchgelangen, betonen das tiefe Grün der heimischen Pflanzen. Bäume, Sträucher, Farne, Moose, Flechten säumen die Levada da Ribeira da Janela und machen die Wanderungen zu einem einmaligen Naturerlebnis.

Farne säumen den Lauf der Levada

Nach rund 2 Stunden erreicht man einen ersten Tunnel, für den man unbedingt eine gute Taschenlampe und Wanderschuhe mitführen sollte. Im Tunnel ist es eng und rutschig. Man holt sich hier nicht nur schnell nasse Füße, sondern läuft zudem Gefahr, bei schlechter Sicht auszurutschen.
Auch gibt es immer wieder niedrige Vorsprünge, an denen man sich den Kopf stoßen kann.

Wir haben es zwar mit Handylampe und Turnschuhen gemeistert, aber es war offen gestanden kein Vergnügen. Nach dem Tunnel wartet allerdings der Lohn der Mühen: Ein imposanter Wasserfall. Für Wanderer und die sogenannten Levadeiros (staatliche Mitarbeiter, die die Levadas kontrollieren und in Stand halten) wurde ein eher improvisiertes Dach angebracht, sodass man einigermaßen trocken unter dem Wasserfall durchwandern kann.

Für uns hat unser Ausflug entlang der Levada da Ribeira da Janela hier sein Ende, da wir uns mit unseren bereits gut durchnässten Schuhen und den schwachen „Funzeln“ nicht direkt in den nächsten Tunnel stürzen wollten.

Die Fortführung der Route lohnt sich allerdings für die etwas vorausschauenden Wanderer: Nach dem zweiten Tunnel gibt es einen weiteren atemberaubenden Ausblick ins Tal der Ribeira da Janela.

Ab hier heißt es Umkehren und es geht wieder zurück zum Ausgangspunkt der Levadawanderung.

Insgesamt dauert die Tour rund 5 Stunden. Der Verlauf der Route ist relativ flach. Ein wenig Schwindelfreiheit solltet ihr ebenso mitbringen wie Verpflegung und Wasser.

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