Der Geysir Andernach

Der Geysir Andernach: Im Guiness-Buch der Rekorde.

Der Geysir Andernach in seiner vollen Pracht,Es klingelt vollmundig in den Ohren, wenn vom höchsten Kaltwassergeysir der Welt die Rede ist. Der Geysir Andernach schießt seine schäumende Fontäne bis zu 60 Meter in die Höhe und das in einer pünktlichen Regelmäßigkeit, nach der das ein oder andere Uhrwerk sehnsüchtig seine Blicke schweifen lassen würde – könnte es dies tun.Der Geysir befindet sich auf der sogenannten Namedyer Werth, einer im Rhein gelegenen Halbinsel in nördlicher Richtung des Ortes Andernach. In regelmäßigen Abständen schießt der Geysir seine Fontäne raus: Rund alle 100 Minuten tritt das Phänomen auf und entsprechend getaktet ist der Schiffsverkehr, der die interessierten Besucher zum Ort des Geschehens schippert.

Die Besucher reisen mit dem Schiff an

Die Attraktion „Geysir Andernach“ zieht zahllose Touristen aus aller Welt an, sodass um den erstaunlich regelmäßigen speienden Geysir ein einträgliches Tourismusgeschäft entstanden ist inklusive Geysirmuseum: Ein liebevoll gestaltetes und somit ideales Ausflugsziel für Familien.

Die Anlegestelle am Geysir Andernach. Wenige Fußminuten vom Geysir entfernt.

Zugegeben: Das Ganze ist schön inszeniert und wie schon angedeutet ein netter Programmpunkt für das Wochenende mit der gesamten Familie. Jedoch ist die Entstehung des Geysir Andernach – genauer gesagt des heutigen Naturschauspiels – weit weniger romantisch verklärt – und auf natürliche Ereignisse zurückzuführen als es die am Tourismusgeschäft Beteiligten einen glauben lassen wollen.

Geysir Andernach: Entdeckung und Erschließung

Eher durch Zufall fiel auf, dass aus einer unterirdischen Gasblase Kohlendioxid in den Rhein austrat. Die Blasenbildung im Rhein führte dazu, dass man im Jahre 1903 erste Bohrungen an Ort und Stelle durchführte. Man bohrte über 300 Meter in die Tiefe, worauf es erstmalig zur Eruption des höchsten Kaltwassergeysirs in Andernach kam.

Zu jener Zeit erhielt der Geysir Andernach noch einen abweichenden Namen: Der Namedyer Sprudel. Und der Name ließ auch den Zweck der voran gegangenen Bohrung erahnen: Man wollte die natürlichen Kohlendioxidvorkommen anzapfen, um Mineralwasser zu Sprudelwasser anzureichern.

Zuerst sprudelt und schäumt es. Dann baut sich der Geysir vollends auf.

Der Namedyer Sprudel – so auch der Markenname des Mineralwassers – wurde aufgrund geschickter PR-Strategie zur Attraktion und über die Landesgrenzen hin bekannt und der Geysir zierte als Wahrzeichen auch das Etikett des Mineralwassers.

Der Betrieb wurde in den späten 50er Jahren des 20. Jahrhunderts eingestellt und im späteren Verlauf wurde der Geysir Andernach mit einem profanen Schieber abgesperrt.

Nach langem Rechtsstreit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wurde der Geysir Andernach erstmalig wieder im Jahre 2006 unter strengen Naturschutzauflagen eröffnet. Seitdem schießt der Geysir wieder mit gewohnter Regelmäßigkeit in die Höhe, als wolle er sich den Fahrzeiten der Fährschiffe unterordnen.

Ab 2009 wurde die touristische Nutzung ausgedehnt: Das Geysirmuseum (Erlebniszentrums Geysir Andernach) wurde eröffnet, um noch mehr Besucher anziehen zu können.

Nachts wird der Geysir Andernach zur „Ruhe gebettet“: Aus Sicherheitsgründen wird der Geysir allabendlich mit dem Absperrschieber verschlossen.

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